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Die evangelische Kirche Sandlofs

Innensanierung der Sandlofser Kirche

Innensanierung der Sandlofser Kirche

Weihnachtsgottesdienst 2019 noch nicht in der Kirche - aber wir sind auf der Zielgeraden!

Für die Inbetriebnahme des neuen internationalen Flughafens in Berlin Brandenburg gibt es einen neuen Termin. Seit 2006 wird an dem Flughafen gebaut. Fünf Einweihungstermine sind verstrichen - jetzt gibt es den sechsten. Am 31. Oktober 2020 sollen die ersten Flugzeuge starten und landen.

In Sandlofs hält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Sandlofser Kirche erst nach der Eröffnung des Berliner Flughafens wieder für Gottesdienste geöffnet werden wird. Dem kann entgegengesetzt werden, dass im Oktober und November 2019 wichtige Beschlüsse gefasst wurden, so dass nun zu Recht davon gesprochen werden kann, dass wir bei der Sanierung auf die Zielgerade gekommen sind.

Das Farbkonzept steht!

Eine der wichtigsten Fragen war die Frage nach dem Farbkonzept für die Kirche. Die Beantwortung dieser Frage hat den Kirchenvorstandsmitgliedern, dem Architekten der Kirchengemeinde Erich Lachmann, dem Architekten der Kirchenverwaltung Joachim Sykala und dem Pfarrer viele schlaflose Nächte bereitet. Die restauratorischen Untersuchungen durch Diplomrestauratorin Stephanie Schmitt hatten ergeben, dass alle Farben an Bänken, Emporen und Wänden aus dem Jahr 1980 stammen. Historisch sind nur die Marmorierungen an den beiden Säulen nahe des Eingangs. Aus den an den Säulen erhaltenen Farben sollte nun das Farbkonzept für die gesamte Kirche gewonnen werden. Farben an den Säulen sind: rötlichbraun, blau, grau, grün. Aber weniger ist mehr. Die alte aufgeregte und „bunte“ Farbgebung sollte durch Farben ersetzt werden, die Ruhe und Schönheit in den Kirchenraum bringen. An der Empore wurden mehrere Musterflächen angelegt, aber es fehlte an einer überzeugenden Lösung. Die Restauratorin säuberte schließlich die Marmorierung der Säulen, damit die Farben in ihrer Prägnanz erkennbar werden konnten. Ein ursprüngliches Farbkonzept mit holzfarbener Lasierung wurde verworfen, neue Musterflächen angelegt. Nun ist endlich am 22. November die Entscheidung gefallen. Das Graublau aus der Marmorierung der Säulen wird in hellgrauen Flächen an der Empore (und später auch an den Bänken) fortgesetzt. Die Felder werden mit einem etwas dunkleren Grau eingefasst und die tragenden Teile der Empore werden in ein dunkleres Graublau gefasst.

Die Flächen, auf denen die Holzdielen angebracht werden sollen, wurden nivelliert. Noch vor Weihnachten werden die Holzdielen montiert und die Bänke darauf verschraubt. Die Restauratorin arbeitet im Chorraum. Dort werden die alten Malereien erhalten.
Altar und Ambo (Stehpult), aus hellem Sandstein gefertigt, sind fertig und warten darauf in die Kirche gebracht zu werden. Neue Lampen wurden bestellt und werden in Kürze durch einen Elektriker installiert. Noch fehlen die beiden Wandschränke unten und oben. Aber auch hier gehen die Arbeiten voran.

Vertrag über Neubau der Orgel

Nach einigem Hin und Her über das Aussehen der Orgel konnte auch hier ein Durchbruch erzielt werden. Der Vertrag mit Orgelbauer Kilian Gottwald ist unterzeichnet. Der Orgelbauer hat mit den Arbeiten in seiner Werkstatt begonnen. Die Orgel soll im Dezember 2020 aufgestellt werden. So Gott will und wir leben! (pb)

Kirche Sandlofs im Lauf des Jahres (Bilder bitte anklicken)

Informationen zur Kirche in Sandlofs

Orgel in Sandlofs Bis zum Jahr 1885 wurde das Singen der gottesdienstlichen Gemeinde in Sandlofs durch den Vorsinger geleitet worden, dessen Amt mit der Schulstelle verbunden war. Da aber fast alle Gemeinden im Schlitzerland eine Orgel besaßen, wollten die Sandlofser nicht zurückstehen und erwarben 1885 eine kleine Kirchenorgel.

Rettung der Kirche 1861 geschah im letzten Moment. Nach dem Gottesdienst am zweiten Adventssonntag 1859 war auf Anweisung des großherzoglichen Kreisbaumeisters Horst die Sandlofser Kirche geschlossen worden. Die Kirche sollte abgerissen werden.

Sanierung der Kirche ab 2012 begann am 24. Oktober 2002. An der Kirche in Sandlofs wurden erhebliche Feuchtigkeitsschäden festgestellt. Die Sockelzone des Kirchenschiffes und des Chorraumes war bis zu einer Höhe von 1,50 m durchfeuchtet. Die eigentliche Sanierung begann im Jahr 2012 und dauert noch an.

Die Kirchengemeinde Sandlofs wurde zum 1.1.2008 pfarramtlich mit der Pfarrei Queck verbunden. Bis 1857 gehörte Sandlofs zur Pfarrei Queck, wurde dann aber mit der neu gegründeten Pfarrei Hutzdorf verbunden.

Wilhelm Diehl schreibt in Hassia Sacra Band VIII:
Sandlofs besaß zur Zeit der Einführung der Reformation eine Filialkirche. Das Gotteshaus dient seiner Bestimmung noch heute. Unter den Veränderungen, die an der Kirche in der Folgezeit vorgenommen wurden, war die bedeutendste die Errichtung eines neuen Kirchturmes im Jahre 1785. Franz Schmitt berichtet hierüber in seinem Buch “Die Kirchen des Kreises Lauterbach“, Seite 8 f.: “1785 lässt die Gemeinde Sandlofs ihren Kirchturm, der dem Einsturz drohte, abtragen und vom Zimmermeister Feik aus Schlitz erneuern.“

Taufstein von 1597 Sandlofser Kanzel Altarraum


Der Graf von Schlitz empfiehlt den Abriss der Kirche (1860)

In den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts war die Kirche baufällig. Da ihr alsbaldiger Einsturz befürchtet ward, ordnete das Kreisamt Lauterbach im Dezember 1859 die Schließung der Kirche an. Es wurden nunmehr Verhandlungen wegen Abbruchs der alten Kirche und der Errichtung eines Kirchenneubaus eingeleitet sowie ein Kirchbauplan ausgestellt, der die Baukosten auf 5.200 fl. veranschlagte. Da die Gemeinde nicht in der Lage war, diese große Geldsumme aufzubringen, trug der Patron der Pfarrei Hutzdorf, Graf Karl von Schlitz genannt von Görtz, in einem vom 2. Januar 1860 datierten Schreiben darauf an, dass man die Kirche abbrechen, aber nicht wieder aufbauen möge.

In dem Schreiben heißt es:“ Es ist eine Eigenthümlichkeit der Standesherrschaft Schlitz und wohl auch benachbarter Landschaften, dass fast jeder noch so unbedeutende und andern noch so nahe gelegene Ort seine eigene Kirche haben will, was denn mit Ausnahme der beiden zu Oberwegfurth gehörigen kleinen Orte Unterwegfurth und Unterschwarz bei allen übrigen Ortschaften in der That stattfindet. Diese Sitte dürfte vom Standpunkt kirchlichen Interesses kaum zu unterstützen und zu befördern sein, obgleich ihr lobenswerther Ursprung gewiss anzuerkennen ist. Die nächste nachtheilige Folge davon ist Zersplitterung der Kräfte der Gemeinden zu mehreren und unansehnlichen Kirchenbauten, während eine dem Bedürfnis des ganzen Kirchspiels angemessene Hauptkirche, welche in correcter Weise die gesamte Gemeinde aufzunehmen im Stande wäre, unter solchen Umständen kaum je zu Stande kommen wird. Außerdem bringt die Existenz dieser verschiedenen Kirchen vielseitige Ansprüche an die Kräfte des Geistlichen mit sich, der sich durch mehrfaches Predigen an den verschiedenen Filialorten oft über die Gebühr anstrengen muss, während doch an keinem Orte dem Bedürfnis eines regelmäßigen Gottesdienstes so vollständig entsprochen werden kann, als die Gewöhnung der Ortsangehörigen zu fester kirchlicher Ordnung es wünschenswerth macht. Überdies wird durch diese Ordnung der Dinge das Kirchenhalten der Schullehrer zu einer sich unausgesetzt ergebenden Nothwendigkeit, eine Sitte, von der es mindestens zweifelhaft ist, ob die Achtung vor der heiligen Stätte und vor Gottes Wort dadurch immer gefördert wird. Würde Großherzogliches Oberconsistorium sich in dem Falle befinden, die obigen Erwägungen für sachgemäß anzuerkennen, so bedürfte es wohl keiner weiteren Motivierung meine anmaßgeblichen Vorschlages, daß der gegenwärtige Moment benutzt werden möge, um in dem kleinen, von dem Pfarrsitz Hutzdorf nur 20 Minuten entfernten Sandlofs die Kirche eingehen zu lassen und für das kirchliche Bedürfniß der Gemeinde in anderweitiger Weise Vorsorge zu treffen, eine Maßnahme, die auch noch den besonderen Vortheil haben würde, dass demnächst die noch nicht geregelte Gottesdienstordnung zwischen den Gemeinden Hutzdorf, Frau-Rombach und Sandlofs weit leichter und in weit zweckmäßigerer Art hergestellt werden könnte.“

Obwohl das Oberconsistorium, an das die Eingabe des Grafen gerichtet war, dem Plan, „die Kirche zu Sandlofs eingehen zu lassen“, anfänglich freundlich gegenüberstand, kam dieser Plan nicht zur Ausführung. Kirchen- und Ortsvorstand zu Sandlofs stellten diesem Plan sowie dem Projekt der Errichtung eins Kirchenneubaus den stärksten Widerstand entgegen. Sie erklärten, dass die Schließung der Kirche höchst überflüssig gewesen sei, da das Gotteshaus sich keineswegs in einem „gefahrdrohenden Zustand befinde“. In einer Eingabe an das Ministerium des Innern beriefen sie sich zur Begründung ihres Standpunktes „darauf, dass die bestehende Senkung der einen Giebelmauer durchaus noch keine bedenkliche sei, und dass sich ihrer, nebst den hieraus entstandenen Sprüngen des Mauerwerkes die ältesten Leute in der Gemeinde aus ihrer Kinderzeit und ganz in dem dermaligen Umfange erinnerten.“

Auf diese Eingabe hin wurde die Oberbaudirektion um ihr Gutachten ersucht, „ob sie die Niederlegung des Kirchengebäudes wegen drohenden Einsturzes und irreparablen Zustandes für absolut nothwendig erklären müsse, oder ob eine nothdürftige Herstellung nach Ansicht des Kirchen- und Ortsvorstandes zulässig erscheint.“

Instandsetzung ohne Zustimmung der Kirchenbehörde (1861)

Ehe die hierdurch eingeleiteten Verhandlungen zum Abschluss kamen, wurde die Kirche im Frühjahr 1861 wider in brauchbaren Stand gesetzt. Ohne nach den Behörden zu fragen, ließ die „Gemeinde Sandlofs die schadhafte Giebelwand abbrechen und wieder aufbauen sowie auch das Dach der Kirche erneuern“. Der Oberbaudirektion verblieb nur noch die Aufgabe zu konstatieren, dass „kein Grund zur Beanstandung des neu errichteten Giebels vorliege“, das Dachwerk jedoch ohne Zweifel einer Verbesserung bedürfe.
Nach der Kirchenwiederherstellung von 1861, bei der im Chor alte Wandgemälde bloßgelegt, dann aber überstrichen wurden, ist das Gotteshaus noch mehrfach Reparaturen unterzogen worden. Die letzte Kirchenwiederherstellung kam im Jahre 1910 zur Durchführung.